Die wahre Rückkehr der Jedi-Ritter!

9 Dinge die man über die echte Fortsetzung von „Star Wars“ wissen muss!

© Lucasfilm
1 Die „Thrawn Trilogie“ ist eine Roman-Reihe die Anfang der 90er Jahre erschien und die Abenteuer von Luke, Han, Lea und Co. fortsetzt. Die Buchreihe war offiziell lizenziert. Da es lange so aussah, als würde es keine Fortsetzung als Bewegt-Bild geben, galt die Reihe als Fortsetzung der originalen „Star Wars“-Trilogie. Inzwischen ist aber nicht mehr Teil des Star Wars-Kanons und zählt zum „Expanded Universe“. Letzteres ist eine Art Paralleluniversum das keinen offiziellen Einfluss auf die neuen Verfilmungen oder Serien wie The Mandalorian hat.

2 Obwohl nicht mehr Teil der Hauptgeschichte erfreut sich die Trilogie noch großer Beliebtheit und beeinflusst die offizielle Handlung nachhaltig. So wurde in den Romanen erstmals der Planet Coruscant thematisiert und in wesentlichen Teilen für die Prequel-Trilogie übernommen. Auch Charaktere wie Großadmiral Thrawn fanden Eingang in die Hauptgeschichte. Auch wenn sich der EU-Thrawn und der Kanon-Thrawn in vielen Punkten unterscheiden, so gleichen sie sich auch. Es lohnt sich daher wichtige Aspekte in der Story zu beleuchten, denn es besteht die Chance das diese früher oder später in die Hauptgeschichte übernommen werden – falls dies nicht schon geschehen ist.

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Das Buch vor der Serie

Transmediales Storytelling im Star Trek-Universum

Karrikatur zur Vorgeschichte von Star Trek: Picard.
Die Vorgeschichte in vier Bildern

Was Admiral A.D. Jean-Luc Picard und seine Crew auf Freecloud erleben, erfahren Fans durch die Serie Star Trek: Picard. Folgen dieser Serie erscheinen im wöchentlichen Rhythmus auf Amazon Prime Video. Sie setzt die Handlung einer anderen Serie*, knapp drei Dekaden nach deren Ende, fort. Was in der Zwischenzeit geschieht, erfahren die Zuschauer teilweise durch Flashbacks oder aus Dialogen in vereinzelten Szenen.

Wer mehr erfahren möchte, hat Glück. Neben der Serie greifen die Macher auf weitere Medien zurück um die Handlung zu erzählen. In drei Comic-Heften, einem Kurzfilm und einem Roman wird die Vorgeschichte zur Serie tiefgreifender erzählt, als es das Hauptmedium erlaubt.

Transmediales Storytelling (in der Folge TMS abgekürzt) nennt sich dieses Konzept. Der Medienwissenschaftler Henry Jenkins beschreibt dieses Konzept in seinen Büchern, Vorträgen und seinem Blog**. Im Prinzip geht es darum, dass eine Erzählung nicht über ein Medium, sondern über mehrere Medien hinweg erzählt wird. Dabei nutzen die Erzählenden die Charakteristika der jeweiligen Medien, um die Story bestmöglich zu gestalten. So ist z.B. eine Raumschlacht in Film und Serie spektakulärer darstellbar, während tiefgreifende Gedankengänge besser in einem Roman präsentiert werden können.

Ein prominentes Beispiel aus der jünsten Vergangenheit für TMS findet sich bei Star Wars. Das Hauptmedium für die Erzählung sind hier ganz klar die Kinofilme. Doch auch hier wurden die Lücken in der Handlung u.a. gefüllt mit Romanen, Kinofilmen und sogar Shows in den Freizeitparks der Walt Disney Company, welcher das Franchise inzwischen gehört. Jedoch ist Star Wars gleichzeitig ein Beispiel für Schwächen des TMS. Die Filme greifen immer nur einen kleinen Teil des Großen Ganzen auf und erklären nicht viel von dem was sonst geschah. Auch sind die einzelnen Medien nicht vollständig aufeinander abgestimmt oder widersprechen sich. Das alles kann sich negativ aus das Rezeptionsempfinden auswirken und der Erzählung als Ganzem schaden.

Es gibt aber auch gelungene Umsetzungen von TMS. Der jüngst erschienene Roman Star Trek – Picard: Die letzte und einzige Hoffnung (Original: Star Trek: Picard: The Last Best Hope) von Una McCormack ist so ein Beispiel. Auf 400 Seiten werden die Implikationen beschrieben, die mit der Zerstörung des Planeten Romulus einhergehen. Dazu gehören der wachsende Widerstand der Mitgliedswelten der Föderation, die zunehmende Überforderung der romulanischen Führung und Picards Umgang mit den Widerständen bei der von ihm geführte Rettungsmission. Leser tauchen dabei viel tiefer in die Zusammenhänge ein und erleben die Perspektiven in viel größerer Datailliertheit, als es Zuschauer können. Dazu fehlt dem Medium Serie schlicht die Zeit und der Immersionscharakter des Mediums Buch.

Die Macher der Serie schaffen es die Erweiterungen einzubinden, aber die Haupterzählung so zu gestalten, dass dem Zuschauer nichts fehlt. Er muss nicht das Buch lesen, um alles zu verstehen. Aber er kann und wird dafür mit einem tiefergehenden Erlebnis belohnt.

Wer mehr zu dem Roman erfahren möchte, kann diesen lesen oder die neueste Ausgabe von Folge für Folge. Der Serien-Podcast hören, die in Kürze erscheint.

*Star Trek: The Next Generation

**http://henryjenkins.org/